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Weissenböck, www.garage.at


Foto: Schnauer Raumzellenbau


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  Die Technik
Das Prinzip der Raumzelle
   
 

Grundsätzliches

Das Bestreben, vorgefertigte Teile (Fertigteile) aus Beton oder Stahlbeton auch für Wohn- und/oder Zweckbauten herzustellen, ist so alt wie die Herstellung von Betonwaren selbst.

Bei modernen Herstellungsmethoden sind nun auch immer mehr die Realisierung von Kunden- und Nutzungsanforderungen möglich, die selbst bei konventionell hergestellten Bauten oft nicht so einfach umzusetzen sind. So sind z.B. Bauzeiten, Oberflächen und Genauigkeiten im Werk herstellbar, die konventionell nur mit, wenn überhaupt, Mehraufwand und somit Kosten bewältigt werden können.

Die Stahlbeton-Raumzelle stellt einen mindestens vierseitig geschlossenen, in Folge der biegesteifen Eckausbildungen selbsttragenden, raumumschließenden, dünnwandigen, vorzugsweise in einem Guss hergestellten, Betonteil dar. In Folge moderner Schalungstechnik sind die Rastermaße l x b sehr flexibel wählbar. Die Längen bewegen sich zwischen 5,5 bis 9,0 m, die Breiten zwischen 2,7 und 4,0 m. Die Höhen sind variabel zwischen 2,5 bis 3,50 m. Die Dicke der schalglatten Wände beträgt je nach statischem Erfordernis 6 – 14 cm, die Deckenstärke beläuft sich auf 8 – 15 cm.

Stahlbeton-Raumzellen werden u.a. für moderne Beton-Fertiggaragen aber auch für Tiefgaragen und Parkdecks eingesetzt.


Qualitätsverbesserung

• Durch eine Produktion im überdachten Werk lassen sich bessere Arbeitsbedingungen mit entsprechend höherer Arbeitsleistung als auf der Baustelle schaffen, auch im Hinblick auf die Qualität.

• Der auch derzeit trotz hoher Arbeitslosigkeit im allgemeinen Bauwesen weiterhin große Mangel an Facharbeitern kann bei Werksfertigung durch Anlernen leichter ausgeglichen werden.

• Bei Typenschalungen oder bei großen Serien werden Stahlschalungen verwendet, mit denen eine hohe Maßgenauigkeit erreicht werden kann. Dadurch und in Verbindung mit geringeren Tolleranzen bei der Montage gegenüber konventionellen Bauverfahren lässt sich eine noch größere Maßhaltigkeit des gesamten Baues erreichen.

• Bei der Werksfertigung lässt sich eine gezieltere Betonqualität erreichen. Die Gründe liegen in der Verwendung von steiferen Betonen mit geringerem W/B-Wert und im Einsatz von mechanisierten Verdichtungsverfahren. Betonarten wie Leichtbeton, Faserbeton, usw. sind in Kombination mit den Fertigteilen eigenen Konstruktionsregeln, die in den Fertigteilnormen verankert sind, noch vorteilhafter einsetzbar.

• Nur bei Werksfertigung lassen sich architektonisch strukturierte und farblich gestaltete Betonbauteile herstellen.

• Durch eine stationäre Fertigung lässt sich wie in anderen Industriebereichen außerhalb des Bauwesens, ein effizienteres Qualitätsmanagement realisieren. Die Qualitätsverbesserung wird auch durch die Möglichkeiten einer wirkungsvolleren Qualitätskontrolle im Werk gegenüber der Baustelle erreicht. Hier wird z.B. zu festgesetzten Zeiten betoniert, so dass gezielt eine Bewehrungsabnahme erfolgen kann.


Verringerung der Herstellungskosten


• Einer der Hauptzwecke des Betonfertigteilbaues ist eine Reduzierung der Schalungskosten. Mehrere Teile können in derselben Schalung gefertigt werden dabei ist natürlich eine große Serie von Vorteil. Da dies aber oft nicht erreichbar ist, ist es wichtig, die fertigungstechnischen Zwänge für eine Variantenkonstruktion zu kennen. Fertigungsgerechte Schalungsformen (z.B. starre Schalungen mit wenig abklappbaren Teilen) erfordern zwar ein fertigungsgerechtes Konstruieren, führen aber dann zu hohen Schalungseinsätzen.

• Ein weiterer Grund für den Fertigteilbau war zweifellos von vornherein die Reduzierung bzw. der völlige Wegfall der Gerüstkosten.

• Durch die durch Werksfertigung mögliche Mechanisierung und Automatisierung ist eine beträchtliche Verminderung der Arbeitsstunden erreichbar.

• Eine Materialersparnis ergibt sich aus der Möglichkeit, dünne Bauteilquerschnitte entsprechend den statischen Erfordernissen zu gestalten. Dies auch mit Baustoffen und Konstruktionen die speziell im Fertigteilbau eingesetzt werden und dem Kunden verschiedenste Vorteile in der Nutzung seines Wohnhauses bieten (FT-Kamine, ….)

• Vorspannung kann leicht mit sofortigem Verbund im Spannbett realisiert werden.

• Also keine Unterstellungen oder Ausrüstzeiten vor Ort.

• Oft wichtiger und entscheidender sind die indirekten Preisvorteile des Fertigteilbaues: So übersteigen bei konventionellen Gebäuden die Endpreise häufiger die veranschlagten Kosten. Ein Preisvorteil ergibt sich auch – besonders in Hochzinsperioden- durch Zinsersparnis in Folge kürzerer Bauzeiten.

• Ein beträchtlicher Kostenfaktor für ein Fertigteilwerk sind natürlich die Transportkosten, die den Aktionsradius und damit den möglichen Markt eines Fertigteilwerkes und somit seine Größe eingrenzen.